Grundlagen Nähen

Netzstoff verarbeiten

Hast du schonmal Netzstoff genäht? Ich habe mich auch lange nicht ran getraut. Ich habe mich immer gefragt, wie man bei so vielen Löchern noch nähen soll… Jetzt habe ich es aber einfach mal versucht, habe mir Infos im Internet und aus Büchern zusammen geklaubt. Und dann einfach mal gemacht. Und diese Anleitung ist dabei herausgekommen:

Das brauchst du

  • Netzstoff, zugeschnitten laut deinem Schnittmuster
  • Soluvlies®
  • Stecknadeln, Garn, Schere

Und so geht’s

Wasche deinen Stoff vor der Verarbeitung in einem Wäschenetz (also schon bevor du ihn lt. Schnittmuster zuschneidest).

Du solltest die Schnitteile aus Stoff erst ausschneiden, wenn du auch direkt weiternähen kannst und willst. Je nach Stoff fransen sonst die Kanten aus und das macht es unnötig schwer.

Schneide von dem Soluvlies® ca. 3 cm breite Streifen ab. Die Länge entspricht der Länge der Naht, die du nähen willst plus ein wenig Sicherheitszugabe.

Den Streifen legst du auf die Nahtlinie der LINKEN Seite deines Schnitteils. Der Vliesstreifen muss nicht zwingend bündig an der Kante des Teils anliegen, muss aber auf jeden Fall auf der späteren Nahtlinie liegen.

Das Schnitteil, das angenäht werden soll, legst du mit der LINKEN Seite bündig an die zu nähende Kante an. Der Soluvlies-Streifen liegt jetzt zwischen den beiden Schnitteilen, die rechten Seiten liegen außen. Stecke alles mit Stecknadeln zusammen.

Vliesstreifen zwischen die Schnittteile legen
Vliesstreifen zwischen die Schnittteile legen

Die Naht wird nun mit Elastik-Stich oder schmalem Zick-Zack-Stich abgesteppt. Die Nahzugabe (NZ) hierbei ist geringer als die Nahtzugabe, die du beim Zuschneiden dazu gegeben hast.

Wenn deine Schnitteile eine NZ von 1,5 cm haben, steppe die Teile bei diesem Schritt mit 0,5 cm NZ zusammen. Bei größerer/kleinerer NZ entsprechend anpassen. Als „Rest“ sollten immer mehr cm übrig bleiben, damit du die erste Nahtzugabe mit der zweiten Naht verdeckst.

Jetzt klappst du die Schnitteile wieder auseinander und schlägst sie um, so dass sie nun rechts auf rechts aufeinander liegen und die linken Seiten außen sind.

Falste das Vlies zu einer Seite und stecke die Teile entlang der Naht wieder zusammen.

Teile nun rechts auf rechts zusammenstecken. Vlies mitfassen
Teile nun rechts auf rechts zusammenstecken. Vlies mitfassen

Steppe sie im Abstand der „restlichen“ NZ zusammen. Wenn du also bei 1,5 NZ die erste Naht mit 0,5 cm NZ genäht hast, nähst du diese Naht jetzt mit 1 cm NZ.

Diese Art der Näht nennt man „französische Naht“. Durch das Nähen einer zweiten Naht, bietet sie mehr Sicherheit, was besonders für Stoffe, die schnell ausfransen oder bestickt sind, wichtig ist. Auch Paillettenstoffe werden im Idealfall mit einer französischen Naht genäht. Das ist aufwändiger, aber die Mühe lohnt sich.

französiche Naht von "innen"
französiche Naht von „innen“

Nach diesem Schema nähst du nun alle deine Nähte.

Das Soluvlies® ist so beschaffen, dass es sich im Wasser auflöst. Fülle also ein Waschbecken mit klarem, kaltem Wasser. Lege dein Kleidungsstück aus Netzstoff hinein und schwenke es ein wenig. Das machst du so lange, bis sich das Vlies aufgelöst hat.

Soluvlies löst sich in kaltem Wasser auf
Soluvlies löst sich in kaltem Wasser auf

Tipp

Gib das Kleidungsstück vor dem ersten Tragen nochmals in die Waschmaschine (in einem Wäschenetz!). Wasche es im normalen Waschgang mit Waschmittel. Durch das Auflösen des Vlieses und die Rückstände davon im Wasser, wird der Stoff nach dem Trocknen etwas hart und starr. Das ist nicht schlimm und ist umkehrbar, aber das Tragen ist nicht angenehm. Nach einer normalen Wäsche ist dein Shirt, Kleid etc. einsatzbreit.

Und fertig ist dein erstes Kleidungsstück aus Netzstoff.

fertiges Kleidungsstück aus Netzstoff
fertiges Kleidungsstück aus Netzstoff

Viel Spaß beim Nachmachen!

Deine Kathrin

erstellt von

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.